Das französische Schmuckhaus FRED wurde 1936 von Fred Samuel an der eleganten Rue Royale in Paris gegründet. Mit der Eröffnung seines eigenen Geschäfts bezeichnete sich Samuel selbstbewusst als «Moderne Joaillier Créateur». Anders als die klassischen Pariser Schmuckhäuser, deren Identität häufig auf aristokratischer Eleganz und repräsentativen Paruren beruhte, entwickelte FRED eine eigene Vorstellung von Luxus. Schmuck sollte nicht nur kostbar sein, sondern getragen und erlebt werden, unabhängig von gesellschaftlichen Konventionen.
Die sozialen Umbrüche der 1960er-Jahre beeinflussten auch die Schmuckgestaltung. Die formelle Eleganz der Nachkriegszeit wich zunehmend einer selbstbewussten, individuellen Ausdrucksweise.
Das Haus intensivierte seine Beziehungen zur Kunst. 1962 entwarf Jean Cocteau ein Medaillon für FRED. Weitere künstlerische Kooperationen, unter anderem mit Bernard Buffet und Georges Braque, unterstrichen den Anspruch, Schmuck als eigenständige Kunstform zu verstehen.
1966 entstand die berühmteste Kreation des Hauses: das Force-10-Armband. Inspiriert vom Segelsport – ein geflochtenes Stahlseil, verbunden mit einer kostbaren Goldschliesse. Der Name verweist auf Windstärke 10 der Beaufortskala.
FRED entwickelte in den 1970er- und 1980er-Jahren eine ausgesprochen kraftvolle und zugleich elegante Formensprache. Die Schmuckstücke zeichneten sich durch ihre skulpturale Wirkung aus. Trotz ihrer Grösse bewahrten die Kreationen jene Leichtigkeit, die zur unverwechselbaren Identität von FRED gehört.
1996 erwarb der französische Luxuskonzern LVMH FRED. Unter dem Dach von LVMH wurden die Kollektionen, die Markenidentität und das internationale Vertriebsnetz dynamisch weiterentwickelt.
